Was ist ein ISEK und eine VU
Ein integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept (ISEK) ist ein umsetzungsorientiertes Steuerungsinstrument für die zukünftige Stadtentwicklung. Es ist zudem die Grundlage für Mittel aus der Städtebauförderung und somit ein wichtiger Baustein für eine nachhaltige Stadtplanung. Das Konzept wird im Sinne eines zukünftigen Handlungsleitfadens als informelle Planung erarbeitet.
Mit der gleichzeitigen Durchführung von vorbereitenden Untersuchungen (VU) nach § 141 BauGB wird das Untersuchungsgebiet „Alt-Neusäß“ vertiefend betrachtet und im Hinblick auf aktuelle Rahmenbedingungen analysiert. Ziel ist es, den aktuellen Handlungsbedarf durch Ermittlung der städtebaulichen Missstände aufzuzeigen, Entwicklungsziele zu definieren und abgestimmte Projekte und Maßnahmen zu erarbeiten. Für das Untersuchungsgebiet „Alt-Neusäß“ soll zum Abschluss der Planung ein Sanierungsgebiet nach § 142 BauGB förmlich festgelegt werden.
Die Stadt Neusäß hat die Büros Schirmer Architekten + Stadtplaner GmbH aus Würzburg sowie die Städtebaumanufaktur aus München mit der Erstellung eines "Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzepts" (ISEK) mit "Vorbereitenden Untersuchungen" (VU) für den Vertiefungsbereich "Alt-Neusäß" beauftragt.
Planungsprozess ISEK mit VU
Im Rahmen des ISEK werden unterschiedliche Betrachtungsebenen der Stadt Neusäß untersucht: Die Ebene der Lage der Gesamtstadt mit der Stadt Neusäß, Steppach, Westheim und Täfertingen sowie westlich der Schmutter die Orte Schlipsheim, Hainhofen, Ottmarshausen und Hammel. Die Ebene der Kernstadt Neusäß als Siedlungskörper zwischen der Schmutter bis zu den angrenzenden Sieldungsgebieten von Augsburg. Die Ebene Vorbereitender Untersuchungen für das Gebiet „Alt-Neusäß“, dem ehem. Ortskern.
Der Planungsprozess eines ISEK mit VU besteht grob aus drei Handlungsschritten:
Im ersten Schritt der Konzeption werden die Rahmenbedingungen und eine Bestandsanalyse durchgeführt, um die städtebauliche Ist-Situation der Stadt Neusäß zu erfassen. Darauf aufbauend werden Stärken und Schwächen der Stadt ermittelt, um Bereiche mit Handlungsbedarf erfassen zu können.
In einem zweiten Schritt werden aufbauend auf der Bestandsanalyse und den Stärken und Schwächen der Stadt Leitbilder definiert, die die Leitlinien der zukünftigen Stadtentwicklung darstellen sollen.
In einem dritten Schritt werden auf Basis der Bewertung und der erarbeiteten Ziele konkrete Projekte und Maßnahmen definiert.
Die Ergebnisse der Konzeption werden abschließend in einem umfangreichen Bericht dokumentiert.
Planungsdialog - das ISEK braucht Ihre aktive Mitarbeit an der zukünftigen Entwicklung Ihrer Stadt Neusäß
Der Planungsdialog ist die grundlegende Voraussetzung für die Akzeptanz der Planung in Politik und Bürgerschaft und damit auch für eine erfolgreiche Umsetzung. Damit eine tragfähige Konzeption entstehen und wirksam werden kann, bedarf es der Berücksichtigung von Gesichtspunkten aus verschiedenen Blickwinkeln.
Zur Entwicklung von gemeinsamen und zukunftsorientierten Strategien für einen attraktiven Lebens- und Wohnstandort der Stadt Neusäß erfolgt eine breite Beteiligung der Öffentlichkeit. Die Beteiligungsschritte werden fachlich ausgewertet und dokumentiert. Damit fließen die Ergebnisse der Beteiligung in die Konzeption mit ein und sind eine wichtige Ideen- und Wissensbasis für die zukünftige Projektentwicklung.
Bürgerwerkstatt zum Auftakt
Bei der Bürgerwerkstatt im Juli 2025 erfolgte eine Information über das Projekt. Im anschließenden Workshop wurden zusammen mit ca. 50 Teilnehmenden verschiedene Themenkomplexe hinsichtlich ihrer Stärken und Schwächen bearbeitet sowie erste Ideen für die zukünftige Stadtentwicklung formuliert.
Online-Bürgerbeteiligung
Bei der direkt anschließenden Online-Bürgerbeteiligung, die über einen Zeitraum von 6 Wochen eine weitere Möglichkeit bot, sich am Planungsprozess zu beteiligen, wurden mit deutlich über 500 weiteren Beiträgen zur Stadtentwicklung noch einmal wichtige Anregungen in den Planungsprozess eingebracht.
Jugendwerkstatt
Am Donnerstag, den 19. März 2026 fand im Parlementsforum des Justus-von-Liebig-Gymnasiums eine Jugendwerkstatt statt. Eingeladen waren die Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums, aber auch der umliegenden Schulen sowie der Jugendbeitrat der Stadt Neusäß. Ziel der Jugendwerkstatt war es, Jugendliche und junge Erwachsene aktiv am Planungsprozess zu beteiligen, deren individuelle Wahrnehmung der Stadt Neusäß zu erfahren sowie Vorschläge und Ideen zu sammeln.
Seniorenwerkstatt
Am 19. März 2026 fand in der Stadthalle Neusäß eine Zielgruppenwerkstatt für Seniorinnen und Senioren sowie Menschen mit Behinderung statt. Es wurden die Erfahrungen, Bedürfnisse und Perspektiven älterer Menschen als wichtiger Baustein für die zukünftige Stadtentwicklung gesammelt.
Wir werden Sie an dieser Stelle über die Ergebnisse der weiteren Beteiligungsschritte informieren!