Energetische Sanierungen, CO2-Einsparungen – das Thema Klimaschutz nimmt in der Stadt Neusäß eine wichtige Rolle ein. Hier sind zum Beispiel die verschiedenen Umbauarbeiten und energetischen Sanierungen an den Grundschulen und am Alten Rathaus in der Bürgermeister-Kaifer-Straße zu nennen.

Beratungsangebote für Bürger und Unternehmen sowie Informationen rund ums Energiesparen und den Klimaschutz gibt es unter dem Oberbegriff Energieinformationen.

Energienutzungsplan

Der fortschreitende Klimawandel, die Endlichkeit fossiler Energieträger und steigende Energiekosten erfordern in allen Lebensbereichen eine grundlegende Veränderung im Umgang mit Energie. Auch auf kommunaler Ebene sind neue Ansätze zum Vollzug der Energiewende notwendig.

Ziele und Inhalte

Der Energienutzungsplan ist ein räumliches Planungsinstrument, mit dem die kommunale Energiepolitik strategisch strukturiert werden soll. Vergleichbar mit dem Grundgedanken des Flächennutzungsplans (FNP) zeigt der Energienutzungsplan ganzheitliche energetische Konzepte und Planungsziele auf.

Ziel des Energienutzungsplans ist es, einen Überblick über den momentanen und zukünftigen Energiebedarf sowie die Energieversorgungssituation der Stadt zu geben. Weiterhin sollen Vorschläge für Maßnahmen künftiger Energieprojekte entwickelt und Möglichkeiten zur Energieeffizienz und -einsparung sowie Ausbaupotenziale für erneuerbare Energien aufgezeigt werden.


Klimaschutz durch Naturschutz

Wandel in der Grünpflege

  • Der Bauhof stellt seit geraumer Zeit die Unterhaltspflege in den Grünanlagen zur Förderung der Artenvielfalt von Intensiv- auf Extensivpflege um. Es werden in den Grünanlagen und dem Straßenbegleitgrün geeignete Rasenflächen von der 15maligen Schurr auf die 2malige Mahd mit Mahdabfuhr umgestellt. Dies dient der Abmagerung und dem Aussamen und fördert dadurch die Bildung einer artenreichen Blühwiese. Wechselbepflanzungen und Straßenrandrabatten wurden und werden in Ganzjahres-Staudenbeete umgewandelt, die den Insekten Futter, Wohnung und Überwinterungsquartiere bieten. Für die Frühjahrstracht und auch für die Bürger, wurden und werden Frühjahrsblühstreifen in den Rasen und Wiesen angelegt und unterhalten.

Erwerb von Grünflächen

  • Es werden bei Möglichkeit Grundstücke im Außenbereich erworben, die z. B. zu Ausgleichs- oder Öko-Flächen umgewandelt werden können. Oder auch zum Erhalt von wertvollen Biotopen wie das Lohwald-Hangmoor. Hier wird CO2 gespeichert und durch die Möglichkeit der innerstädtischen Nachverdichtung Flächenversieglung in den Außenbereichen entgegengewirkt.

Neue Ansätze in der Grünanlagengestaltung

Schaffung neuer Grüninseln

  • Bei Umgestaltungen, Sanierungen oder Neubauten im Straßen- und Tiefbau werden bei Möglichkeit neue Pflanzflächen geschaffen. Z.B. neue Baumquartiere beim Behinderten gerechten Umbau der Bushaltestellen in der Mühlbachstraße oder Hammeler Landstraße. Auch bei der Sanierung der Landrat-Dr.-Frey-Str. wurden Stauden-Inseln, Sträucher und Bäume gepflanzt. Bei den Ersatzpflanzungen wird auf eine Verbesserung des Standortes geachtet. Leider ist es aus verschiedensten Gründen nicht immer möglich 1:1 zu ersetzen. Hier werden Alternativen gesucht, wie eine Ersatzpflanzung in der Nähe. Auch die Förderung von Naturverjüngung am Weldenbahnweg ist eine Möglichkeit zum Erhalt der Schatten- und Feuchtigkeitsspendenden Gehölze.

Baumpflege statt Fällungen

  • Wenn die Bäume Probleme machen, sei es durch ihre Größe oder weil Bruch im Baum ist, ob sie krank sind oder einem Spartenträger (Telekommunikation, Strom, Wasser, Fernwärme, ...) im Weg stehen, werden vor der Fällung Alternativen gesucht. Manchmal ergibt sich beim darüber nachdenken und guten Willen die Möglichkeit der Änderung des Trassenverlaufs oder Verlegetechnik. Wenn die Statik nicht mehr passt, kann eine Kroneneinkürzung den Baum über Jahre retten oder bei Bruchgefahr hilft auch mal der Einbau einer Kronensicherung. Alte Bäume sind die wertvollen Bäume, die die Arbeit für Klimaschutz und Artenvielfalt machen. Aber ohne Neupflanzungen gibt es auch keine alten Bäume.

Gewässerunterhalt

  • Die Stadt Neusäß muss sich auch um die Gewässer III Ordnung kümmern. Das sind Fließgewässer, die das Wasser aus den Wiesen heraus transportieren. Die Gräben und kleinen Bäche sind Geburtsstube und Lebensraum für unzählige Tier- und Pflanzenarten. Hier sind die Saumstreifen und sie Sohle die entscheidenden Elemente. Es wurde vor kurzem ein Gewässerentwicklungskonzept erstellt. In diesem wurden Maßnahmen vorgeschlagen bzw. empfohlen, die bei Zugriffmöglichkeit, eine Verbesserung des guten ökologischen Zustandes bewirken. U.a. werden die Ausweitung der Saumstreifen als auch die stellenweise Beschattung von Fließgewässer angesprochen, um diese abzukühlen bzw. die Wassererwärmung zu mildern. Auch wird vermehrt Uferabbruch zur Veränderung der Strömung zugelassen oder Störelemente eingebaut, um Lebensraum für den Makrozoobenthos zu schaffen. Die ersten Maßnahmen sind in Planung.

Rückzugsräume und Habitate schaffen

  • Wenn sich die Möglichkeit bittet werden immer wieder Rückzugsräume und Habitate geschaffen. Hier wäre Beispielhaft eine artenreiche Wiese am Bahndamm in Westheim, Streuobst in Hainhofen oder am Hang-Moor, oder ein Eidechsenhabitat am Rand des Schmuttertal zu nennen. Die Umwandlung einer Rohrüberquerung bei einem Kulturgraben in eine Furt, hat den Amphibien neuen Lebensraum verschafft. Eine Besonderheit ist das Totholz-Habitat Bäcker-Insel. Im Entstehen ist eine größere Streuobstwiese am Weldenbahnweg.

Umweltbildung, Fortbildung

  • Mitarbeiter der Verwaltung und des Bauhofs werden durch Schulungen und Fortbildungsmaßnahmen für das Thema Klima- und Naturschutz sensibilisiert. Der Bienenpark am Weldenbahnweg ist ein Beitrag für die Umweltbildung bei klein und groß. Auch soll hier um mehr Verständnis und Mitarbeit am Artenschutz, insbesondere dem Insektenschutz, geworben werden.

Kanalsanierung, Schwammstadt

  • Bei Sanierungen oder Neuinstillation von Entwässerungskanälen, insbesondere von Regenwasser, werden bei Realisierbarkeit Rückhalte- und Versickerungssysteme vergrößert oder neu geschaffen, um die Hochwassergefahr abzuschwächen und der Natur das Wasser vor Ort zurückzugeben. Das Thema `Schwammstadt´ nimmt Fahrt auf. Es werden Baumrigolen oder Verdunstungssenken angedacht und bei Möglichkein, wie bei der Straßenentwässerung Entlastungsstraße, installiert.