Neusässer Friedensnacht und die Bedeutung des Friedens für die Jugend


Erster Bürgermeister Richard Greiner thematisierte auf dem Kirchenvorplatz in seiner Rede das Weltkriegsende vor 80 Jahren und die daraus gezogenen Konsequenzen, die aus dem Zivilisationsbruch von Auschwitz entstanden. „Sie waren die Lehre aus der Erfahrung, dass ein Staat, der keine Grenzen kennt, am Ende auch keine Grenzen mehr beim Töten kennt. Und doch droht dieses Wissen zu verblassen“, so Greiner. Er zitierte zwei Studien, denenzufolge 10 Prozent der jungen Erwachsenen in Deutschland nicht wüssten, was der Holocaust gewesen ist und 25 Prozent die Auffassung verträten, dass ein autoritär geführter Staat „unter Umständen besser sei als die demokratische Ordnung“.

Wichtig sei angesichts dessen zum einen das Wissen um die Vergangenheit und zum anderen der klare Blick auf die Gegenwart, die aktuell geprägt sei von einem schrecklichen Krieg, der nach Europa zurückgekehrt ist. Die Stadtkapelle Neusäß, Fahnenabordnungen und Fackelträger umrahmten die Zusammenkunft vor der Kirche, es folgten Böllerschüsse sowie die Kranzniederlegung am benachbarten Kriegerdenkmal im Ägidiuspark. Dem schlossen sich kurze Gedenkveranstaltungen an den Kriegerdenkmälern in den einzelnen Stadtteilen mit Ansprachen sowie Niederlegungen von Kränzen und Friedenslichtern mit den Freiwilligen Feuerwehren, Soldatenkameradschaften, Stadträten und der Bürgerschaft an.

Erstmals Schulwettbewerb zum Thema Frieden

Neu war der Aufruf zu einem Schulwettbewerb zum Thema „Was bedeutet mir Frieden?“ Die Gewinner erhielten eine Anerkennung für die Klassenklasse. Als Jurymitglieder fungierten Pfarrer Bolkart (PG Neusäß), Andreas Ditschek, Vorstand der Freiwilligen Feuerwehr Hammel, Bürgermeister Richard Greiner und Jugendbeirat Maximilian Jakob. So erstellten die Schülerinnen und Schüler der Klassen 8a und 8b der Mittelschule am Eichenwald ein Video zu gemalten Bildern. Die im Video zu sehenden gestalteten Werke mit der Bedeutung des Wortes Frieden, in der Muttersprache der Schülerinnen und Schüler, wurden ebenso eingereicht.

Die Schülerinnen und Schüler der Klasse 9d der Realschule Neusäß bauten ein beleuchtetes Mobile mit selbstgefalteten Origami-Friedenstauben. An den Tauben befinden sich Bänder mit Textbeiträgen zum Thema Frieden. Einer davon wurde von der Schülerin selbst (Lea-Sophie Mayr) im ökumenischen Gottesdienst vorgetragen. Vom Justus von Liebig-Gymnasium wurden Einzelwerke des Leistungsfachs Kunst (Q 12) eingereicht sowie ein Gemeinschaftsprojekt. Die Schülerinnen und Schüler gaben Fotografien, Videokunst und gezeichnete Werke ab. Eine Ausstellung der physischen Werke ist in der Kirche St. Ägidius noch bis zum 01. Dezember zu sehen und danach werden alle Werke  auf der Website zur Friedensnacht zu sehen sein. Link zur Website: hier.