Unternehmerabend 2019 der Stadt Neusäß


Dementsprechend groß war das Interesse seitens der Unternehmerschaft: über 140 Neusässer Unternehmerinnen und Unternehmer besuchten die Veranstaltung, so viele wie noch nie zuvor. „Das große Interesse an der Veranstaltung zeigt, dass das Thema „Gewerbeflächenentwicklung“ in Neusäß sehr aktuell ist, und es hier Gesprächs- und Handlungsbedarf gibt“, stellte Bürgermeister Richard Greiner fest.

Uni-Klinikum – Chancen und Risiken für die Region


In einem kurzen Statement fasste Bürgermeister Greiner zusammen, welche Chancen aber auch Herausforderungen die Uniklinik für Neusäß bringen kann. Im letzten Jahr konnten einige Projekte auf den Weg gebracht werden, die bereits in die Richtung „Gesundheitsstandort“ abzielen: zum einen der Baubeginn des „Ärztehauses“ an der Hauptstraße, aber auch aktuelle Planungen, ehemalige Gewerbehallen im Gewerbegebiet Mitte in moderne, mehrgeschossige Büro- und Laborgebäude umzuwandeln.
Anschließend übergab Bürgermeister Greiner das Wort an Herrn Andreas Thiel, von der A³ Wirtschaftsförderungsgesellschaft. Dieser stellte die zentralen Ergebnisse des Gutachtens zur Uniklinik vor und arbeitete die zentralen Aussagen des sogenannten „Masterplans“ für die Region heraus: besondere Herausforderungen sind demnach die Qualifizierung von Arbeitnehmern, der Ausbau der Verkehrsinfrastruktur, die Schaffung von Wohnraum, die Entwicklung geeigneter Gewerbeflächen sowie die Bildung einer Marke mit Bezug zum Gesundheitswesen.

Ergebnisse der Analyse zur Gewerbeflächenentwicklung


Daran anknüpfend präsentierten Christian Hörmann und Christoph Rohrmeier von der CIMA Beratung + Management GmbH ihre Ergebnisse aus der Unternehmerbefragung in Neusäß.
Im Zuge der Neuaufstellung des Flächennutzungsplanes erhielt die Wirtschaftsberatung CIMA den Auftrag, ein Gewerbeflächenentwicklungskonzept zu erstellen, um Bedarfe und Potenziale zu identifizieren.
In einem ersten Schritt erfolgte eine schriftliche Befragung von rund 250 Betrieben in Neusäß. Die Rücklaufquote betrug rund 22%. Aus den Rückmeldungen und den informellen Gesprächen mit Unternehmen ergab sich ein zusätzlicher Bedarf an Gewerbeflächen von rund 7.000 m² bis 20.000 m². Christian Hörmann appellierte an die Unternehmer, mit Erweiterungsplänen an die Stadt heranzutreten, weil nur wenn tatsächliche Bedarfe bekannt sind, kann der Flächennutzungsplan bedarfsgerecht angepasst werden. Zumal ein Flächennutzungsplan die Entwicklungen einer Stadt für die circa nächsten 15 bis 20 Jahre festschreibt.
Weitere Ergebnisse der Befragung zeigten die Zufriedenheit mit harten und weichen Standardfaktoren. Als verbesserungswürdig sehen einige Unternehmer den ÖPNV-Anschluss einiger Gewerbegebiete und die Parkmöglichkeiten. Sorge bereiten wie überall auch steigende Immobilienpreise, ein weiteres Problem ist die Arbeitskräfteverfügbarkeit: so gaben über 60% der Unternehmer an, Probleme mit der Stellenbesetzung zu haben.

Gesundheitsstandort als langfristiges Entwicklungsziel


In der abschließenden Diskussion mit dem Plenum wurden auch kritische Töne hinsichtlich des zusätzlichen Wachstums durch das Uni-Klinikum laut. Die Unternehmerinnen und Unternehmer sehen vor allem die Themen Immobilien-/Grundstückspreise, zusätzliche Verkehrsbelastung und Verdrängungseffekte durch neue Branchen als problematisch an.
Bürgermeister Greiner betonte, dass das Gewerbeflächenentwicklungskonzept vor allem die Bedarfe der Bestandsunternehmen berücksichtigen solle, die unbedingt am Standort Neusäß gehalten werden und sich hier weiter entwickeln können sollen. Dieses Ziel sei in mehreren Fällen im Gewerbegebiet Neusäß-Nord erreicht worden, hätten sich hier doch alteingesessene Traditionsunternehmen hinverlagert.
Klar wurde auch, dass die Entwicklungen am Uni-Klinikum nur Schritt für Schritt erfolgen und somit auch die Entwicklung Neusäß` zum Gesundheitsstandort.
Wichtig sei es, so Bürgermeister Greiner, die „Dinge hier nicht einfach laufen zu lassen, sondern die Entwicklung gemeinsam mit den Unternehmen zu gestalten und zu steuern“.
Als Beispiel präsentierte die CIMA das Biotech-Cluster Martinsried in direkter Nachbarschaft zum Klinikum Großhadern in München, das sich nach und nach im Laufe von über 30 Jahren zum heute bekannten Biotech-Standort entwickelt hat.