„Neusäß steht gut da!“ - Ergebnisse der Sozialraumanalyse


Zusammenfassend kann man sagen, dass die Situation in Neusäß sehr gut ist. Trotzdem darf sich die Stadt nicht auf diesen guten Ergebnissen ausruhen, sondern weiterhin in die bereits schon sehr gut ausgebaute Infrastruktur investieren und Strategien für eine maßvolle Weiterentwicklung der Stadt entwickeln. Wichtig dabei ist es, die demografische Entwicklung im Auge zu behalten und die Bedürfnisse von Kindern, Familien und auch Senioren zu berücksichtigen. Gerade bei den Themen Siedlungsentwicklung, Infrastruktur, Versorgung und Mobilität wird eine Bürgerbeteiligung für die Akzeptanz in der Bevölkerung von großer Bedeutung sein.
  • Der Gesamtindex der Stadt Neusäß liegt bei 78, was im Vergleich zum bayerischen Vergleichswert von 100 einem guten mittleren Wert entspricht. Die Stadt Neusäß mit ihren über 22.000 Einwohnern wie auch die gesamte Region stehen sehr gut im Vergleich zu anderen bayerischen Regionen da.
  • Im Jahr 2016 lebten ca. 658 unter 18-Jährige bei einem Alleinerziehenden Elternteil, was einem Prozentsatz von 18,5 entspricht. Der Vergleichswert in Bayern liegt bei 17,8 %. Für Neusäß wird dies auch auf die hervorragende Infrastruktur und umfassende Betreuungsangebote zurückgeführt. Alleinerziehende suchen ihren Wohnstandort bewusst in Kommunen mit guter Versorgungsstruktur.
  • Die Inanspruchnahme von Hilfen zur Erziehung liegt in Neusäß mit 1,7% deutlich unter dem Wert des Landkreises (3,09%) und Bayern (3,26%).
  • Durchschnittlich ist die Anzahl der tatverdächtigen Jugendlichen mit 4,8% in Neusäß. Herr Katheder-Göllner wies darauf hin, dass der Wert zwar normal sei, es aber doch 72 Jugendliche sind. Hier gilt es, weiter genau hinzuschauen und weiterhin in der Präventivarbeit so aktiv zu bleiben. „Die Stärkung der Jugendarbeit mit dem Bau des STEREOTON ist hier vorbildlich“, so Günter Katheder-Göllner.
  • Die Einkommenssituation stellt sich in Neusäß überdurchschnittlich dar: mit 4.988 Euro durchschnittlichem Haushaltsnettoeinkommen liegt Neusäß um 700 Euro über dem Landkreisschnitt und fast 900 Euro über dem bayerischen Durchschnitt.
  • Neusäß hat im Vergleich zu den stadtfernen Gemeinden des Landkreises Augsburg einen hohen Anteil an Mietwohnungen mit 42,7 %. (Landkreis: 36,3%, manche Landkreisgemeinden unter 15% wie z.B. Altenmünster, Kutzenhausen, Langerringen). Im Vergleich mit den Landkreisstädten hat Neusäß einen geringeren Anteil an Mietwohnungen (z.B. Gersthofen 59,9%, Stadtbergen 51,4% und Königsbrunn 58,2%), was die Qualität der Wohnlage, aber auch das Preisniveau ausmacht. Die Bemühungen der Kommune, auch bezahlbare Mietwohnungen zu schaffen, wie es aktuell im Sailer-Areal sehr gut umgesetzt wird, ergänzen das Wohnraumangebot im Sinne einer bezahlbaren Mietwohnlage.
  • In Neusäß gibt es im Vergleich zu anderen Landkreisgemeinden wenige Haushalte mit Kindern, nämlich 27,7%, im Vergleich zu z.B. Ellgau mit 51,3% ein sehr niedriger Wert. Das Durchschnittsalter in Neusäß ist hoch im Vergleich mit anderen Gemeinden. „Deshalb ist es sehr anerkennenswert, dass die Stadt die Versorgung der älteren Generation mit Pflege- und ärztlichen Angeboten forciert“, so der Referent vom Landratsamt. Nichtsdestotrotz konnte Neusäß im Jahr 2017 einen Zuwachs bei den Geburten verzeichnen, so gab es in 2017 229 Geburten. Der Durchschnittswert der Vorjahre liegt bei 150 Geburten pro Jahr.
  • Die Zahl der Ein- und Auspendler in Neusäß halten sich fast die Waage, was für eine gute wirtschaftliche Struktur der Stadt spricht. 6.538 Berufstätige sind Auspendler (davon 50% in die Stadt Augsburg und 18% in den Landkreis Augsburg), und 4.423 Berufstätige fahren täglich nach Neusäß zur Arbeit (davon 31% aus der Stadt Augsburg und 29% aus dem Landkreis Augsburg).
 

Zur Sozialraumanalyse


In der inzwischen sechsten Fortschreibung der Sozialraumanalyse liegen für den Landkreis Augsburg statistische Daten über insgesamt 21 Jahre vor. Die Abbildung der Lebenslagen über solch einen langen Zeitraum ist einzigartig in Bayern. Mit diesen Zahlen können langfristige Entwicklungen aufgezeigt und bei Bedarf mit entsprechenden Maßnahmen rechtzeitig entgegengewirkt werden.
Der Grundgedanke der Sozialraumanalyse ist herauszufinden, an welchen Orten bzw. Regionen sich belastende Faktoren verdichten, und somit richtige Entscheidungen für die passenden Maßnahmen zu treffen.