Kläranlage Hirblingen: Hier tut sich was


„Außerdem haben wir dann auch den positiven Nebeneffekt eines verbesserten Krisenkonzeptes bei einer eventuellen Havarie“, ergänzt Adolf. Denn bei Störungen der Anlage können in Zukunft die drei dann leerstehenden Becken, die als Puffer für Notfälle frei gehalten werden sollen, ad hoc befüllt werden. „Das Investitionsvolumen liegt bei etwa zwei Millionen Euro. Die Mitgliedsgemeinden des Abwasserzweckverbands übernehmen ihren satzungsgemäßen Anteil; für Neusäß liegt jener bei knapp 50 Prozent“ erläutert Richard Greiner, Bürgermeister der Stadt Neusäß und Vorsitzender des Zweckverbandes.

Ein weiteres Objekt, das derzeit auf dem Prüfstand steht, ist der 40 Jahre alte Faulturm des Geländes mit einem Nutzvolumen von 2250 m³. Dieser wurde 2005 letztmals betaucht und ohne Befund geprüft. Nun steht eine Sichtprüfung an, für die der Schlamm abgepumpt werden muss. Über unterirdische Kanäle gelangt jener in die drei Speicher, die vorher ausgeleert worden sein müssen. Das Zeitkorsett dafür ist eng, in 10 Tagen muß die Prüfung der Innenbeschichtung und Rohrleitungen abgewickelt sein. Da der entleerte Faulturm in diesen Tagen kein Faulgas und damit keine Energie produziert, muss für diese Zeit Energie zugekauft werden. Daher zählt jede Stunde bei der Prüfung des Sanierungsvorgangs, um durch eigene Energie die Kosten möglichst gering zu halten.

Im Falle einer Entscheidung für eine Sanierung des Turms könnte diese je nach Beschädigungsgrad bis zu 44 Wochen in Anspruch nehmen. Die Alternative wäre ein Neubau. „Den Beschluss dazu trifft der Zweckverband nach der Prüfung des geleerten Turms“, so Verbandsvorsitzender Richard Greiner. Dabei gehe es natürlich auch um den Aspekt der Wirtschaftlichkeit.