Kapelle Sankt Nikolaus von Tolentino

Schlipsheim

Rokokogarten in Schlipsheim Schlipsheim ist der kleinste der Neusässer Stadtteile. Hoch über dem Schmuttertal gelegen sind dem Stadtteil durch die Schmutter, eine Bundesstraße und die steilen Hänge der Ackerterrassen räumliche Grenzen zur Ausdehnung gesetzt.

Die Entstehung Schlipsheims wird auf das 10. Jahrhundert geschätzt. Wie die meisten anderen Neusässer Ortsteile verfügte Schlipsheim ursprünglich über ein Schloss, das jedoch nach der Säkularisation nicht mehr in Schuss gehalten und schließlich im Jahre 1821 an die örtlichen Bauern verkauft und Feldkapelle Schlipsheim dann abgerissen wurde. Erhalten blieb aber die Kapelle Sankt Nikolaus von Tolentino, die am Schloss angebaut war. Das Altargemälde in der Kapelle setzte der Münchner Hofmaler Peter Candid um, der auch an der Gestaltung des Goldenen Saals des Augsburger Rathauses beteiligt war. Ebenfalls erhalten blieben die Fresken des Augsburger Akademiedirektors Johann Josef Anton Huber aus dem 18. Jahrhundert.

Unterhalb der Kapelle Sankt Nikolaus von Tolentino befinden sich an der Schlipsheimer Straße die sogenannten Judenhäuser. Diese verweisen auf die jüdische Gemeinde, die früher in Schlipsheim angesiedelt war. Nach ihrer Ausweisung aus Augsburg im 14. Jahrhundert wurden Juden auch in Schlipsheim ansässig. Sie bildeten dort bis 1850 eine kleine Gemeinde.